In nur 150 Jahren hat sich Shanghai von einer Hafenstadt mit etwa 500.000 Einwohnern zu einem der größten städtischen Ballungsräume der Welt entwickelt. Diese Entwicklung verlief nicht linear, sondern in Wellen von Massen-Zuwanderung, die die Stadt politisch und wirtschaftlich unter dem Einfluss chinesischer wie auch ausländischer Interessen transformierten.
Was waren die Gründe für Shanghais Aufstieg zum „Paris des Ostens“ in den 1920er Jahren? Wie war es möglich, in der ersten Hälfte des 20. Jh. Millionen von Zuwanderern anzusiedeln? Warum wurde Shanghai in den ersten Jahrzehnten der Volksrepublik politisch und wirtschaftlich vernachlässigt – und wie lässt sich die beeindruckende Entwicklung der letzten 25 Jahre erklären? Vor was für Problemen stehen Shanghais Satellitenstädte heute?
In einem visuell unterstützten Vortrag gibt Fanny Hoffmann-Loss, seit 2006 als Architektin und Projektmanagerin in der Repräsentanz des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (gmp International) tätig, einen umfassenden Überblick über die historische und städtebauliche Entwicklung Shanghais.
Schwerpunkte des Vortrags sind u. a. Bevölkerungsentwicklung, Architektur und Typologien, Konzepte der Satellitenstadtentwicklung und die Auswirkungen der EXPO 2010.
Am Beispiel von Lingang New City, Shanghais von gmp Architekten geplanter neuer Hafenstadt, kann eine der Satellitenstadtentwicklungen der letzten 10 Jahre im Detail erläutert werden. Lingang New City liegt 60 km südlich von Shanghai an der Küste, soll bis 2020 1 Mio. Einwohner beherbergen und ist neben Chandighar, Brasilia und Canberra die einzige Stadt dieser Größe, die in den letzten 100 Jahren gegründet wurde. 133 km2 Fläche wurde dem Meer durch Langgewinnung abgerungen, auf der die Stadt derzeit gebaut wird, mit Dishui Lake, einem kreisrunden künstlichen See, im Zentrum.
Dieses Thema kann als visuell unterstützter Vortrag zur Entwicklung von Lingang New City mit anschließender, geführter Exkursion nach Lingang angeboten werden. Aber auch als Halbtagestour oder ganztägigem Ausflug mit Zeit am See, zum Beispiel für ein Picknick oder eine Bootsfahrt, und ausreichend Zeit, um die sehr lohnenswerte Ausstellung im Maritime Museum zu besichtigen.
