Informationsbroschüre und Karte für einen self-guided walk: „Auf den Spuren von Deutschen in Shanghai“
Wer waren die ersten deutschen Kaufleute in Shanghai und wo sind ihre Spuren noch heute zu finden? Wie war es als Deutscher im Shanghai der wilden Jahre? Was war eigentlich in Shanghai zur Zeit des Nationalsozialismus los? Was bedeutete Shanghai für deutsche und europäische Juden? Shanghai der 30er Jahre – Stadt auch für deutsche Agenten und Spione? Und was hat die Deutsche Medizinschule für Chinesen, die 1903 gegründet wurde, mit dem heutigen CDHK – Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg an der Tongji-Universität zu tun?
Welche Gebäude von damals stehen noch, welche historischen Orte mit Deutschlandbezug in Shanghai gibt es? Und was für Geschichten verbergen sich dahinter?
Diese Fragen waren Ausgangspunkt eines vom Generalkonsulat Shanghai initiierten Projektes: Im Auftrag des Konsulats erarbeitete Katja Hellkötter gemeinsam mit Dr. Astrid Freyeisen, Autorin des Buches „Shanghai und die Politik des Dritten Reiches“ (2007) und einschlägigen Experten zum Thema eine dokumentarische Broschüre „Auf den Spuren von Deutschen in Shanghai – Eine historische Karte.“
Die Karte enthält Informationstexte zum einen, zum anderen kann sie aber auch als self-guided walk Broschüre verwendet werden: Die Orte „Auf den Spuren von Deutschen“ sind in Form von 3 unterschiedlichen Spaziergängen zusammengestellt. Spaziergang I konzentriert sich auf Orte im französischen Viertel, startet beim heutigen deutschen Generalkonsulat in der Yongfoo Road, und führt über 5-6 Stationen bis zum Okura Garden Hotel, dem ehemaligen Gelände des Deutschen Gartenclubs. Spaziergang II verläuft in der Bund-Gegend und startet bei der ehemaligen Kaiserlich-Deutschen Post, heute Sitz des House of Blues und Jazz von Lin Dongfu. Es geht von dort über 7 Stationen bis zum „ersten deutschen Eck“ an der Mündung des Suzhou Creek, gegenüber des legendären Astor-Hotels. Dort standen Ende des 19. Jht. das erste kaiserliche-deutsche Generalkonsulat in Shanghai (1884/85), die Kaiser-Wilhelm-Schule und die deutsche evangelische Kirche (beide 1901). Für einen dritten Teil einer Stadterkundung „Auf den Spuren von Deutschen“ bietet sich die Broschüre „Explore Shanghai Heritage Walks I – The Former Jewish Ghetto“ an.
Die Karte ist von Shanghai-Flaneur Roman Wilhelm gestaltet worden. Aktuelle Fotos sind von Jan Siefke. Sie kann über das Generalkonsulat bezogen werden.
