In dem Faksimile-Nachdruck eines Shanghaier Handelsregisters mit Stadtplan aus dem Jahr 1932 – eine faszinierende Quelle, in der nicht nur jeder noch so kleine Laden verzeichnet ist, sondern auch Kauf- und Geschäftshausetagen einzeln kartografiert wurden – gefiel Shanghai-Flaneur und Gestalter Roman Wilhelm ein „Shanghai”-Schriftzug besonders gut. Die beiden Zeichen sind in einer leicht Art-Deco-inspirierten Kanzleischrift gehalten, und sie brachten ihn auf eine Idee.

„Shang” bedeutet auf, hinauf, oben. „Hai” bedeutet Meer. Die Anmutung eines chinesischen Stempels spiegelt diese Zeichen in Form von Straßenzügen wider. Die obere Hälfte („Shang” symbolisiert dabei das Neue, Geradlinige, Wachsende der modernen Stadt und ihrer Entwicklung. Die untere Hälfte („Hai”) steht für das Alte, Verwinkelte, Gewachsene derjenigen Stadt, die es auch schon auf dem oben genannten Plan gegeben hat.
Das eine Element kann nicht ohne das andere existieren. Trotzdem befindet sich die Stadt in rasantem Wandel und bleibt darin dennoch stets sich selbst treu.
